Wohnen am Klagesmarkt
Hannover, 2016

Info

Neubebauung und Neuorganisation

Im Rahmen des Dialog- und Planungsprozess Hannover City 2020+ wurde für den Interventionsraum Klagesmarkt ein städtebauliches Konzept durch das Kölner Büro ASTOC entwickelt. In dem darauffolgenden Wettbewerb „Neubebauung Klagesmarkt“ (2013) sollten einzelne Konzepte für das neue Stadtquartier, ein Ensemble aus sieben fünf- bis siebengeschossigen Gebäuden, gefunden werden. Die Büros Architekten BKSP, Architekturbüro pk nord, ksw architekten + stadtplaner, KIEFER + KIEFER ARCHITEKTEN und pfp architekten Prof. Friedrich überzeugten mit ihren Entwürfen zu maximal zwei der sieben Gebäude.

Der Klagesmarkt stellt eine der wenigen innerstädtischen Flächen Hannovers mit großem Potential zur Nachverdichtung dar. Zusammen mit dem angrenzenden St. Nikolai Friedhof funktioniert er außerdem als wichtiges Bindeglied zwischen der Innenstadt und dem Stadtteil Nordstadt. Durch die geplanten architektonischen und freiraumplanerischen Veränderungen wird dieser Verbindung eine neue Qualität gegeben.

Das Gebäudeensemble besteht aus sechs Wohngebäuden mit Gewerbenutzungen im Erdgeschoss und einem Verwaltungsgebäude, dem neuen Hauptsitz der Hanova (ehemals Gesellschaft für Bauen und Wohnen Hannover, GBH). Dieses bildet im Süden des Quartiers durch seine hohe Geschossigkeit einen prägnanten Auftakt entlang der städtebaulichen Fahrrad- und Fußgängerachse und einen ergänzenden Hochpunkt für den Platz der Goseriede.

Insgesamt zeichnet sich das Quartier durch eine hohe Architektonische Qualität aus. Diese findet sich in den vielfältigen Grundrissen und den ebenso vielfältigen Bewohnerprofilen wieder. Hinzu kommt die sorgfältige Auswahl der unterschiedlichen Ziegel, die sowohl die Materialität verschiedener stadtbildprägender Bauten aufnehmen, als auch im Zusammenspiel der einzelnen Gebäude harmonisch funktionieren. Durch die öffentliche Durchwegung im nördlichen Teil des Quartiers ist eine zusätzliche Anbindung an die unmittelbare Nachbarschaft westlich der Bebauung ermöglicht worden. Darüber hinaus macht der Weg, den von GrünPlan entworfenen und umgesetzten Freiraum für den Passanten teilweise erlebbar und schafft eine urbane Atmosphäre.

Auszeichnung: Deutscher Städtebaupreis 2018

Bauherr: Landeshauptstadt Hannover, Baudezernat, Hanova Gesellschaft für Bauen und Wohnen Hannover mbH

Städtebauliche Planung: ASTOC ARCHITECTS AND PLANNERS; Büro Urbane Gestalt, BPR Künne & Partner Verkehrsplaner

In Zusammenarbeit mit: Architekten BKSP, ksw architekten + stadtplaner, KIEFER + KIEFER ARCHITEKTEN, pfp architekten Prof. Friedrich

Freiraumplanung: GrünPlan

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